| "Neue Fahlenbergbrücke" über den Gosener Kanal |
Katastrophaler Zustand
Das den Gosener Kanal überquerende Bauwerk befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Die Überfahrung ist aktuell für Fahrzeuge auf 30 km/h begrenzt, wird jedoch wenig befolgt. Die Brückenwiderlager der 1983 errichteten "Neuen Fahlenbergbrücke" sind massenhaft durch eingebaute Ankerreihen gestützt. Ein Ergebnis des im Juli 2012 nach 24-monatiger Bautätigkeit abgebrochenen Sanierungsversuchs. Im Ergebnis stellte sich bei der Untersuchung heraus, dass durch massive Schäden am Bauwerk die erforderliche Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist.
Daraufhin wurde die Errichtung eines Neubaus durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geplant. In einer Stellungnahme vom Oktober 2012 teilte die Behörde das Vorhandensein von 2,8 Millionen Euro im Finanzplan 2014/2015 mit und kündigte den Baubeginn für Ende 2014 an. Man rechne mit einer Bauzeit von 2 Jahren.
| Provisiorien retten das Bauwerk bis zum Abriss |
Die Köpenicker BVV hat sich positioniert
In der Köpenicker Bezirksverordneten Versammlung (BVV) vom 30.08.12 wurde ein Antrag der CDU einstimmig, bei 6 Enthaltungen angenommen, während der Bauphase eine Ersatzlösung sicherzustellen, "da die Brücke eine wesentliche Verbindungsstraße zwischen Berlin und Brandenburg ist sowie eine wesentliche Verbindung mit dem Brandenburger Umland darstellt. Ein ersatzloser Abriss würde erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrssituation in Köpenick bedeuten" so die Begründung.
Anschließend stand ein Antrag der Grünen auf dem Programm, mit dem Ziel “Eingriffe in den ökologisch sensiblen Naturraum” während der Baumaßnahme zu vermeiden. Innerhalb der Fraktionen gab es leichten Unmut, "ob man damit nicht die Bürger Gosens vom Zugang Berlins ausschließt. Da diese sonst wesentlich weitere Wege in Kauf nehmen müssen" so ein Abgeordneter der Piraten. Diese Sorgen sprachen auch die anderen Fraktionen aus. Die Grünen formulierten in ihrem Antrag, dass "Maßnahmen südöstlich des Gosener Kanals das Naturschutzgebiet Gosener Wiesen Seddinsee (Nordost-Teil) tangieren, welches auch gleichzeitig den Schutzstatus als Natura 2000-Gebiet hat." Genehmigungsbehörde ist hier bei Eingriffen durch den Brückenbau die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die hier eine Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Verträglichkeitsprüfung durchführt und entsprechende Befreiungen erteilen kann. Letztendlich wurde sich darauf verständigt, Eingriffe möglichst zu reduzieren und den Antrag dementsprechend abzuschwächen. Der Beschluss dazu erfolgte in der Sitzung der BVV vom 15.11.12.
Über 6.000 Fahrzeuge am Tag
Für die Gemeinde Gosen-Neu Zittau wurde unlängst der Gosener Ortsbeirat tätig. Durch Initiative von Thomas Schwedowski und André Organiska schaffte es eine Stellungnahme des Gremiums in das Bezirksamt Treptow/Köpenick. Darin wird eindeutig auf die drohende unerträgliche Situation im Falle des Verzicht auf Errichtung einer Behelfsbrücke hingewiesen. Die mit rund 6.200 Fahrzeugen an einem Werktag (Verkehrserhebung 2009) stark befahrene Verbindung zwischen Berlin und Brandenburg ist Alternativlos. Wege zur Arbeit, Kunden aus Berlin, Öffentlicher Personen Nahverkehr der BVG und Durchgangsverkehr in das Umland können nicht umgeleitet werden. Eine Antwort der Senatsverwaltung lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.
| Schmöckwitzwerder: Die Brücke wird ebenfalls erneuert. |
André Organiska








